REGENERATION, REPARATION & HEILUNG

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von lateinisch: re- – zurück, generare – zeugen, erzeugen

I. Definition

Regeneration bedeutet wörtlich “Wiedererzeugung”. In der Medizin bezeichnet man mit diesem Begriff die funktionelle und morphologische Wiederherstellung eines geschädigten Gewebes oder eines Organs durch Neubildung von Zellen.

 

II. Einteilung

Eine Regeneration kann vollständig (restitutio ad integrum) oder unvollständig (reparatio) sein.

III. Physiologie

Die Regenerationsfähigkeit menschlicher Gewebe wird durch die Fähigkeit ihrer Zellen determiniert, sich zu teilen. Mit zunehmender Differenzierung der Zellen sinkt die Regenerationsfähigkeit eines Gewebes. Hoch spezialisierte Myokardzellen und Nervenzellen können sich nicht mehr teilen. Daher kommt es nach Schädigungen von Herz und Gehirn nur zu Defektheilungen. Blutzellen und Epithelzellen hingegen werden aus weniger differenzierten Vorläuferzellen ständig neu gebildet.

REPARATION

Mit dem Begriff “Reparatio” bezeichnet man in der Medizin die Abheilung einer Erkrankung, indem der Gewebeschaden durch Narben- oder Granulationsgewebe ersetzt wird.

Von der “Reparatio” wird die “Restitutio ad integrum” abgegrenzt, bei der es zu einer vollständigen Wiederherstellung der Gewebefunktion ohne bleibende Schäden kommt.

HEILUNG

Als Heilung bezeichnet man den biologischen Prozess der Rückbildung einer Erkrankung bzw. einer pathologischen Gewebsveränderung in Richtung des gesunden Ausgangszustands. Der Heilungsvorgang basiert auf körpereigenen Reparaturmechanismen, die durch Maßnahmen eines Therapeuten ermöglicht, unterstützt oder auch nur beschleunigt werden können.

Die vollständige Heilung ohne bleibende Narben oder Schäden bezeichnet man als “restitutio ad integrum”, während sich die Reparationsheilung (Defektheilung) definitionsgemäß unter Zurückbleiben von Schäden vollzieht.

REGENERATIVE MEDIZIN

Die regenerative Medizin ist heute ein integraler Bestandteil bei der Behandlung verschiedenster Beschwerden. Sie bietet neue Möglichkeiten in der Therapie von Krankheiten und deren Auswirkungen, die bisher nur schwer oder gar nicht geheilt werden konnten.

Die Grundsätze der regenerativen Medizin werden bereits seit mehr als vierzig Jahren in der Stammzellentransplantation zur Behandlung von Leukämie und Lymphomen angewendet.

Neben der Transplantation von Stammzellen befasst sich die Regenerative Medizin mit der endogenen Regeneration. Hierbei werden Zellen genutzt, die sich im Körper befinden und in der Lage sind, Selbstregenerationsprozesse einzuleiten, dies können Stammzellen, aber auch gewebsspezifische Vorläuferzellen und Immunzellen sein.

Die regenerative Medizin bietet neue Therapiemöglichkeiten für die verschiedensten medizinischen Fachrichtungen. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Regeneration von Bindegewebe, Muskeln, Knorpel, Haut, Nerven, Leber, Herz und natürlich der Regeneration des Immunsystems.

Inzwischen ist die Regenerative Medizin auch ein wesentlicher Bestandteil bei der Behandlung von orthopädischen Beschwerden und Krankheiten. Im Zentrum steht hier die Regeneration von Gewebestrukturen mit Hilfe biologischer Verfahren unter Nutzung der Zelltherapie, von Wachstumsfaktoren und körpereigenen Blutprodukten.